2012 feierte der Mondseer Jedermann 90 Jahre

Franz Löser – Spielansager beim Salzburger Jedermann von 1920 bis 1933, dachte sich, dieses Stück sollte es auch in einer einfacheren, für das Volk verständlichen Sprache geben. So verfasste er die Mondseer Fassung des Jedermann – übrigens mit Genehmigung des Dichters Hugo von Hofmannsthal.

 

Seit 1922 - also nur zwei Jahre nach dem ersten Salzburger Jedermann – gibt es den Mondseer Jedermann bereits. Unterbrechungen gab es nur während des Zweiten Weltkrieges und von 1970 bis 1980. 1981 reanimierte Kurt Graf anlässlich der damals in Mondsee stattfindenden Landesausstellung die ruhende Spielgemeinschaft, und seither gab es keine Unterbrechung mehr.

Die „Jedermänner“ wechseln in Mondsee nicht so häufig wie in Salzburg. Nur sechs wurden in diesen 90 Jahren verbraucht: Josef Bunk, Josef Hager, Kurt Graf, Robert Bichlbauer, Hans Greger-Gubi und Willi Meingast. Ähnlich ist es mit den Regisseuren: vor 31 Jahren der Wiedererwecker Kurt Graf, dann der „Altjedermann“ Robert Bichlbauer, „Altjedermann“ Hans Greger-Gubi und seit 2014 führt Willi Meingast Regie.

 

Geleitet wird Heute die Spielgemeinschaft von Ute Lechner – übrigens die Tochter von Kurt Graf-, die auch den Glauben verkörpert und seit über 50 Jahren (damals als Engerl) der Spielgemeinschaft angehört. Vor ihr hat sich Hans Hemetsberger als langjähriger Obmann große Verdienste erworben.

Der Mondseer Jedermann ist sehr der Tradition verbunden, große Besetzungsänderungen gibt es kaum oder nur, wenn es unbedingt notwendig ist. Die Inszenierung ist im Wesentlichen so geblieben, wie es im alten Textbuch steht. Die Verbundenheit mit der Heimat und das Bodenständige sind allen Mitwirkenden Laiendarstellern äußerst wichtig. Diese Darsteller sind als Typen für ihre Rollen extra ausgesucht, sie meinen das, was sie spielen, wirklich. Dadurch wirkt die Aufführung auf das Publikum sehr berührend und geht besonders zu Herzen.